Osterpfarrbrief

Liebe Menschen in der Pfarrei Maxdorf,

manche Zeiten im Leben fühlen sich hell und leicht an. Andere sind schwerer. Oft liegt beides nah beieinander. Vielleicht gibt es gerade Grund zur Freude. Vielleicht gibt es Sorgen. Vielleicht auch beides gleichzeitig.

Und mitten in diese Wirklichkeiten hinein feiern wir Ostern. Zwischen Karfreitag und Ostersonntag liegt im Kalender nur ein Tag. Im Leben fühlt sich das oft ganz anders an. Denn da ist der Karsamstag - dieser Tag dazwischen - und im Leben sind solche Zeiten oft länger, als uns lieb ist.

Manche Abschiede wirken lange nach. Manche Enttäuschung sitzt tief. Manche Fragen bleiben offen. Und manchmal gibt es viele Karsamstage hintereinander. Diese Tage dazwischen. Tage des Wartens. Des Aushaltens. Des Sortierens. Tage, an denen noch nichts neu ist, aber auch nichts mehr ganz so wie vorher. In der Ostergeschichte selbst gibt es diesen Tag des Innehaltens: ein Tag ohne Wunder, ohne Antworten, ohne sichtbare Bewegung - nur Trauer, Schweigen und Warten.

Für mich ist es tröstlich zu wissen: Auch Zwischenzeiten gehören dazu. Sie müssen nicht übersprungen werden. Hoffnung hat ihr eigenes Tempo. Ostern bedeutet nicht, dass alles sofort gut wird. Es verspricht keinen schnellen Trost und keine einfachen Lösungen. Ostern nimmt ernst, dass es Brüche gibt. Dass etwas zu Ende gehen kann. Dass Ratlosigkeit Raum braucht.

Auf dem Deckblatt dieses Briefes finden Sie ein “Segen für die Hosentasche.”

Er passt auch in den Geldbeutel. Er findet einen Platz am Kühlschrank. Er kann weitergegeben werden, an einen Menschen, der gerade etwas Rückenwind gebrauchen kann. Schneiden Sie sich den Segen einfach aus - für sich selbst oder für jemanden, der ihn gerade braucht.

Segen bedeutet: Ein gutes Wort zusprechen. Einem Menschen Hoffnung schenken. Und damit zu sagen: Du bist nicht allein auf deinem Weg. Gerade für die Tage des Dazwischen, für unsere ganz persönlichen Karsamstage, kann so ein Segenswort ein stiller Begleiter sein. Ostern erzählt davon, dass Gott auch im Dazwischen gegenwärtig ist.

Und wissen Sie: So wie diese kleinen Segensworte in der Hosentasche Licht schenken können, so sind auch Sie ein Segen für unsere Gemeinschaft. Ob kirchennah oder eher still verbunden - Ihre Art, Teil unserer Pfarrei zu sein, macht einen Unterschied. Dafür sagen wir: Schön, dass es Sie gibt.

 

Wir wünschen Ihnen gesegnete Ostertage,

Stephanie Gans

und das ganze Pfarrteam