Wir erobern Rom - Wallfahrt der Ministranten der Pfarrei Maxdorf

Vom 27.7. bis zum 02.08. fand die XII. Internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom statt. 60.000 Jugendliche haben gemeinsam eine Woche in Rom verbracht. Es gab internationale Begegnungen, eine Jugendvesper mit dem Papst und ein ganz besonders Blinddate.

Die Pilgerpakete sind geschnürt, die Koffer sind gepackt, gute Laune und Gottes Segen haben wir mit im Gepäck, auf geht’s nach Rom.

Es ist Freitagabend, 27. Juli, es ist 18 Uhr am Bahnhof in Maxdorf und wir fahren nach Rom. Ach nein, wir warten auf den Bus, ob der Busfahrer Maxdorf nicht findet. Nach einem Gebet für die Wallfahrt könnte er endlich kommen. Mit einer deutlichen Verspätung geht es dann endlich los nach Rom.  Amelie Kunath, Cedric Walter, Daniel Hentschel, Emilie Francke, Johanna Clade, Johannes Kunath, Julian Hüttner, Marlene Kunath, Martin Schleder und Rebecca Stassen – begleitet von David Schleder, Franziska Straßer, Leonie Hermes, Yannik Peters und Carmen Günther - sind dabei.

Eine fröhliche Stimmung herrscht im Bus, mit den Pfarreien Kirchheim-Bolanden, Hettenleidelheim und Feilbingert fahren wir los über den Brenner nach Rom. Das Busradio ist unterhaltsam, die Organisatoren des BDKJ haben für ihre Minis einige Stunden Radioprogramm vorbereitet. Viele Wege führen nach Rom!

Juhu, Samstagmittag, 14.30 Uhr, wir haben es endlich geschafft, nach fast 19 Stunden haben wir unser Hotel erreicht. Das Crowne Plaza St. Peter, in der Via Aurelia Antica, ist für die nächste Woche unsere Unterkunft. Gestärkt durch ein exzellentes Mittagessen, haben wir unsere Zimmer bezogen, auf geht’s in die Innenstadt.

Mit einem Spaziergang über die Spanische Treppe zu Roms bekanntester Eisdiele, dem Giolitti, begann unsere Stadttour. So eine EISkalte Abkühlung tut gut. Über das Pantheon und die Piazza Navona geht es zur Engelsbrücke. Lichterstimmung. Was ein schöner Abend!

 

Guten Morgen zusammen, es ist Sonntag, 29. Juli, 7.30 Uhr, alle Ministranten der Pfarrei Heiliger Antonius sitzen beim Frühstück zusammen. Hier im Crowne Plaza ist es echt voll, bei ca. 400 Speyerer Ministranten im Haus. Nach einem typischen italienischen Frühstück mit süßen Croissants oder Müsli geht es los zum kapitolinischen Hügel. Cordonata oder Himmelsleiter? Da waren wir uns nicht ganz einig. Aber das Ziel war das Gleiche die Kirche St. Maria in Aracoeli.

Um 10.30 Uhr läutet die Glocke den Eröffnungsgottesdienst der Speyerer Ministranten ein. Ganz getreu dem Motto unserer Wallfahrt „Suche Frieden und jage ihm nach“, feiert unser Bischof Karl-Heinz Wiesemann mit uns diesen Gottesdienst. Musikalisch umrahmt von Projektchor und –band. Toller Gottesdienst.

Wow, eine Kirchentreppe voller Ministranten und die von Maria Aracoeli gehört nicht zu den kleinsten Treppen in Rom. 1000 Speyerer Minis besetzten nach dem Gottesdienst die Stufen für ihr Gruppenbild. Wir sind wohl in dem Trubel untergegangen. Dafür gab es ein Fotoshooting mit unserem neuen Kaplan Bernward Onuoha und unserem Bischof – Daumen hoch!

 

Nach einer Pause mit einem herrlichen Ausblick über die Dächer von Rom, und einer Stippvisite am Lügenmund und der Kirche Santa Maria in Cosmedin, ging es zum Mittagessen zurück ins Hotel. Am Nachmittag gab es eine Stadtrundfahrt vorbei an Petersdom und Engelburg, am Tiber entlang, zur Piazza del Popolo, über die Villa Borghese zu den Patriachalbasiliken St. Maria Maggiore, St. Giovanni in Laterano nach St. Paul vor den Mauern. Nur der Blick ins Innere dieser schönen Kirche blieb uns dank der sehr exakten Schließungszeiten verwehrt, so ging es auf zum Trevi-Brunnen und zu einem leckeren Gelato. Ein weiterer bezaubernder Abend in Rom geht zu Ende.

Hallo again, Montagmorgen in Rom, es ist 5.45 Uhr und die fünfzehn Ministranten aus Birkenheide, Fußgönheim, Lambsheim und Maxdorf treffen sich zu einem frühen Frühstück. Topmunter und ausgeschlafen, geht es auf in die vatikanischen Gärten, ob der Bus uns heute wohlgesonnen ist.

Alles geklappt, wir sind da. Maria Theresa ist heute unsere Führerin durch die Gärten des kleinsten Staates der Welt. Mit sehr viel Liebe und interessanten Geschichten zu Papst Benedikt, begleitet sie uns durch den Vatikan, erzählt von biblischen Pflanzen und ihren Lieblingsplätzen, wappnet uns mit den besten Tipps für die vatikanischen Museen. So kamen wir doch recht schnell durch die wirklich sehr vollen Museen und konnten ein paar Minuten in der sixtinischen Kapelle verbringen. Dann ging es auf in den Petersdom. Prachtvoll und gigantisch! Beeindruckt schritten wir durch die Basilika. Und haben auch die Bodenmarkierung unseres Speyerer Doms gefunden – gar nicht so klein.

Vorfreude!!! Der Platz ist schon für morgen bestuhlt – Papstaudienz!!! Jetzt geht es aber erstmal zurück ins Hotel und vor allem in den Hotelpool. Ein erfrischender Spaß im kühlen Nass und ein toller Ausklang eines eindrucksreichen Tages.

Dienstagmorgen in Rom, kein Plan ohne Spontanität. Statt Katakomben oder St. Paul gibt es platte Füße. Egal! Auf geht’s zur Papstaudienz.

Im Vorfeld der Romwallfahrt wurden die Ministranten durch den CIM- die Internationale Ministrantenvereinigung – aufgefordert ihre Frage an den Heiligen Vater einzureichen. „Meinst du ich kann es probieren eine Frage hinzuschicken?“ – „Versuch dein Glück!“ Niemand von uns hätte gedacht, dass das Glück auf unserer Seite ist. Julian Hüttner hat eine Frage eingereicht und wurde aus 60.000 deutschen Ministranten ausgelost. Wahnsinn!

So ist es jetzt 13 Uhr in Rom und wir bringen unseren Ministranten für Deutschland zum Ingresso del Petriano. Julian wir wünschen dir gute Nerven und viel Freude!!!

Für den Rest heißt es warten. Die Temperaturen sind heiß! Sonne pur! Nervenaufreibende Warterei! Dann werden die Sicherheitskontrollen doch noch geöffnet und wir sind startklar für einen einzigartigen Abend. Derweil dürfen Julian und David den menschenleeren Petersdom und die Aussicht auf den vollen Petersplatz genießen. Wow!

Wir feiern mit nun 90.000 Ministranten auf dem Petersplatz. Das Vorprogramm ist bunt, doch die Vorfreude auf IHN überwiegt. Um 18 Uhr ist es dann soweit, Papst Franziskus fährt auf den Platz, einzigartig, was für eine Stimmung. „Papa Francesco“. Wir genießen das Wir-Gefühl. Fiebern aber den Fragen entgegen, sie machen die Begegnung mit Papst Franziskus sehr persönlich – besonders für uns.

Dann war es soweit die Jugendlichen durften dem Papst ihre Fragen stellen. Julian: „Heiliger Vater, viele Menschen sagen sie brauchen Gott, Religion und Kirche nicht in ihrem Leben. Warum sollte man sich gerade für den katholischen Glauben entscheiden? Was ist das wichtigste dabei? Und warum ist der Glaube für Sie so wichtig?“ Die Antwort von Papst Franziskus: „Der Glaube ist wichtig, er macht mich lebendig. ... er ist wie die Luft, die wir atmen. Wir denken nicht bei jedem Atemzug daran…, aber wenn sie fehlt oder nicht sauber ist, erkennen wir, wie wichtig sie ist! … Es gibt jemand, der uns unendlich liebt, und dieser Jemand ist Gott. … Gott will mit uns eine lebendige Beziehung eingehen, er will Beziehung schaffen und wir sind berufen, dasselbe zu tun. … Wir sind alle Kinder Gottes. Wir sind berufen die Familie Gottes zu bilden, die Kirche,  ….“ Zum Schluss gab es für unseren Maxdorfer Oberministranten auch noch eine Hand und einen Rosenkranz von Papst Franziskus.

In seiner Predigt ermahnte Papst Franziskus die Ministranten mit den Worten des heiligen Paulus, wir sollen alles zur Ehre Gottes zu tun. Und dies können wir tun indem wir die Heiligen nachahmen, die das gelebte Evangelium sind, weil sie es verstanden haben, die Botschaft Christi in ihr eigenes Leben zu übersetzen.

Mit dem Segen sandte uns der Papst, „werdet Friedenssucher, … lebt Frieden vor, … geht hin und verkündet Frieden.“ Für uns alle ist es ein unvergessener Abend! Wir nehmen diese besondere Begegnung mit!

Gemeinsam lassen wir den Abend bei Pizza und Gelato und vielen regen Gesprächen ausklingen! Wunderbar!

Ein neuer Tag, die Erinnerung an die gestrige Begegnung mit dem Heiligen Vater ist noch besonders nahe. Wir machen uns an diesem Mittwochmorgen auf zu den Spuren der alten Römer. Über das Forum Romanum schlendern wir zum Kolosseum. Beindruckend. Man kommt sich hier wirklich winzig vor.

Gemeinsames Mittagessen aller Speyerer Ministranten im Papa Rex. Das Interview fürs Busradio.

Die Innenstadt ruft, denn auf einer ganz besonderen Piazza wartet unser Blinddate auf uns. Wir sollen andere Messdienergruppen aus Deutschland und der Welt treffen. Doch dann wird’s lustig, unsere Datepartner ist unsere Busgruppe. Stimmung mega. Mit etwas Verzögerung trafen dann noch die Minis aus Regensburg dazu. Eine ganz besondere Begegnung die wir mit einem Lied und einem Gebet beendeten. 

Oh Gott, wie schnell sind die Tage hier vergangen, heute ist Donnerstag, unser letzter Tag ist angebrochen, heute müssen wir leider wieder nach Hause fahren. Doch zuvor auf in die Lateransbasilika zum Abschlussgottesdienst. Die Kathedrale von Rom voller Speyerer Ministranten, was eine Stimmung, die Predigt war klasse, danke an unseren Minireferenten Ralf Feix, und die Musik, wir werden wohl noch einige Tage und Wochen einen Ohrwurm haben: „Suche Frieden, mit Herz und Verstand, Gott zur Ehre dir zum Segen, suche Frieden und jage ihm nach, Schalom für diese Welt.“ Die Atmosphäre dieses Gottesdienstes würden wir wohl alle gerne mit in die Kirchen unserer Gemeinden nehmen.

Nach dem Mittagessen heißt es auf in den Bus Nummer 7. Schade eigentlich, ich glaub wir wären gerne noch geblieben. Nach 18 Stunden Fahrt kommt unser Partybus in Maxdorf an. Danke an die Pfarreien Feilbinger, Hettenleidelheim und Ki-Bo für die gute Unterhaltung, es hat viel Spaß gemacht mit euch.

Und dann der Empfang am Maxdorfer Bahnhof. Dank unseres neuen „Promis“ sind wir nicht nur von unseren Eltern und Pfarrer Röther in Empfang genommen worden, sondern auch vom SWR-Fernsehen.

Liebe Minis der Pfarrei Maxdorf, ihr seid der Wahnsinn, ihr seid ja so cool! Es war eine gigantische Woche mit euch! Wir haben so viele tolle Momente und Augenblicke gesammelt, haben zusammen gelacht, die Gemeinschaft war mega, wir haben gefeiert und gebetet, es hat super viel Spaß gemacht mit euch! Danke an das supertolle Leitungsteam!!!

Jetzt geht es wieder hinein in den Alltag. Doch wir nehmen sehr viel mit. Und wir freuen uns alle heute schon auf unser Nachtreffen.


Jesus Christ,

you are our peace.

Our service is for you.

In you we are united.

We will carry your light.

Amen

 
 
 
Artikel: Carmen Günther
Bilder: Franziska Straßer, Yannik Peters, Leonie Hermes, Julian Hüttner, Emilie Francke, Carmen Günther, Monika Petry, BistumSpeyer/DerPilger